{"id":1432,"date":"2023-04-01T00:33:02","date_gmt":"2023-03-31T22:33:02","guid":{"rendered":"https:\/\/prognrock.de\/?p=1432"},"modified":"2023-04-01T00:33:02","modified_gmt":"2023-03-31T22:33:02","slug":"cd-des-monats-april-2023-collage-over-and-out","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/prognrock.de\/?p=1432","title":{"rendered":"CD des Monats April 2023: Collage &#8211; Over And Out"},"content":{"rendered":"<p>Collage ist wie eine Zeitreise in eine bessere Zeit. Anfang der Achtziger gab es kein Tschernobyl, kein Aids, kein Corona und auch Kriege in Europa waren eher Panikmache als Realit\u00e4t. Das Schlimmste Anfang der Achtziger war tats\u00e4chlich das Ende des Siebziger Progs und die Tatsache, dass ich beim Pokern zu oft verloren habe :-). Die Drama von Yes war 1980 sozusagen der Abschlussakkord einer grandiosen \u00c4ra. Lichtblicke gab es Anfang der Achtziger schon, als eine Band namens Marillion versuchte, so eine Art Neo Prog aus der Wiege zu heben. Und das ist Marillion mit Werken wie Script For A Chester&#8217;s Tear, Fugazi und Misplaced Childhood sensationell gelungen. Und was hat das mit Collage zu tun?<\/p>\n<p>Diese polnische Band schreibt mit Over And Out genau die Geschichte fort, die Marillion Mitte der Achtziger, nach dem Weggang von Fish, nicht fortgesetzt haben. Funfact: Steve Rothery, das Marillion Mastermind seit 1979, mischt hier mit. Da stellt sich mir glatt die Frage, warum es in der Post Fish-\u00c4ra keine solche Scheibe von Marillion gegeben hat&#8230;&#8230;&#8230;&#8230; obwohl die Marbles ganz nett war. Aber &#8222;nett&#8220; ist bei b\u00f6sen Menschen die Schwester von&#8230;&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>Der Opener, mit seinen fast 22 Minuten, wird trotz der L\u00e4nge nie langweilig. In What About The Pain gibt es einen Pink Floyd &#8211; Kinderchor, der den Song stilistisch pr\u00e4gt. One Empty Hand ist eine gelungene Ballade, w\u00e4hrend der 13-Min\u00fcter A Moment A Feeling f\u00fcr mich der beste Song des Albums ist. Zun\u00e4chst startet der Song mit einem &#8222;Highlander&#8220; &#8211; Intro und ich sehe die Highlands, Heather, Connor und den b\u00f6sen Kurgan. Der Song hat alles, was Gabriels Genesis und Marillion gro\u00df gemacht haben. Wenn Fans dieser Gruppen hier &#8222;nein&#8220; sagen, dann wei\u00df ich auch nicht.<\/p>\n<p>Man In The Middle, der heimliche Hit der Scheibe, und immerhin Platz 4 unserer Charts, beschlie\u00dft das Album.<\/p>\n<p>Allerdings fehlen mir an manchen Stellen &#8222;Motorpsycho-Momente&#8220;, kreative Blitze, die das Album in den absoluten Olymp hieven. Von dem S\u00e4nger Bartosz Kossowicz w\u00fcrde ich mir w\u00fcnschen, dass er mehr fl\u00fcstert, wimmert, beschw\u00f6rt, schreit und fleht, eben mehr Theatralik, wie einst Mastermind Peter Gabriel.<\/p>\n<p>Insgesamt ein gelungenes Album, das, zumindest vorl\u00e4ufig, einen Platz in unserer Topalbenliste verdient hat. 16 Punkte vom R\u00fcdiger, und unfassbare 20 Punkte vom Pepper.<\/p>\n<p>Und was gab es noch:<\/p>\n<p>Steel Panther mit On The Prowl: Pussy-Glam-Metal, der sich langsam abnutzt. Anspieltipp: Friends With Benefits. 11 Punkte.<\/p>\n<p>Siena Root &#8211; Revelation: Sozusagen die Retro-Opas. Wie immer nicht schlecht, aber das Songwriting k\u00f6nnte besser sein. Anspieltipp: Dusty Roads. 12 Punkte.<\/p>\n<p>Enslaved &#8211; Heimdal: Progressiver Blackmetal, der mir viel besser gefallen w\u00fcrde, wenn die keifenden Vox nicht w\u00e4ren. Testsieger hin, Testsieger her, das brauch ich kein zweites Mal. 10 Punkte.<\/p>\n<p>RPWL &#8211; Crime Scene: Die klingen doch wie Pink Floyd. Das ist das Erste, was einem bei den deutschen Pink Floyd einf\u00e4llt. Das Zweite ist dann aber: Wie Pink Floyd, aber nicht so gut. Der Gesang ist im Vergleich zu Pink Floyd zu glatt. Aber durchaus h\u00f6renswert f\u00fcr Siebziger-Progger, die sich nicht mehr aufregen d\u00fcrfen. 13 Punkte.<\/p>\n<p>The Answer &#8211; Sundowners: The Answer sind seit 23 Jahren im Rockgesch\u00e4ft unterwegs, aber so richtig kennt die keiner. Daran wird auch die neue Scheibe nichts \u00e4ndern, obwohl dieser Hardrock mit bluesigen Einfl\u00fcssen durchaus an die legend\u00e4ren Free oder die Black Crowes erinnern. Am Songwriting liegt es auch nicht, aber es reicht noch nicht einmal zum Testsieger bei uns. 14 Punkte<\/p>\n<p>Haken &#8211; Fauna: W\u00e4hrend andere Plattformen jubeln, z\u00fcndet diese Scheibe bei mir nicht. Man sollte zumindest progaffin sein, um sich das Teil reinzuziehen. Ich meine, dass die Jungs Gentle Giant Fans sind, ohne deren Klasse zu erreichen. Und h\u00e4rter als Gentle Giant sind die schon, aber H\u00e4rte allein gen\u00fcgt nicht. Ein oeeeo erinnert an die Prinzen, was bei manchen Proggern einen Brechreiz ausl\u00f6sen k\u00f6nnte. Obwohl das nicht allzu positiv klingt, soll mir das 10 Punkte wert sein.<\/p>\n<p>Und im n\u00e4chsten Monat freuen wir uns auf Night Demon.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Collage ist wie eine Zeitreise in eine bessere Zeit. Anfang der Achtziger gab es kein Tschernobyl, kein Aids, kein Corona und auch Kriege in Europa waren eher Panikmache als Realit\u00e4t. Das Schlimmste Anfang der Achtziger war tats\u00e4chlich das Ende des Siebziger Progs und die Tatsache, dass ich beim Pokern zu oft verloren habe :-). 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