CD des Monats Mai 2026: Crimson Glory-Chasing The Hydra
Allein der Name „Crimson Glory“ lässt uns ehrfürchtig niederknien. Aber wie soll das ohne das Mastermind Midnight funktionieren? Vor Jahren hat man den Nachfolgeshouter Tod La Torre an Queensryche verloren, weshalb nun ein gewisser Travis Wills am Mic steht. Und der macht seine Sache sehr gut. Einen Shouter wie Midnight kann man jedoch nicht wirklich ersetzen, zumal der auch beim Songwriting gehörig mitgewirkt hatte.
Bislang stehen bei uns zwei Topalben zu Buche, plus die Soloscheibe von Midnight. Hinzu kommen noch diverse Topsongs aus unserer Topsongliste, entsprechend hoch sind dann auch die Erwartungen.
Der Opener und der Titeltrack waren dann leider etwas enttäuschend, weil einfach zu simpel gestrickt. Aber mit Song 3 Broken Together geht es dann doch noch in die richtige Richtung los. Das nachfolgende Angel In My Nightmare könnte durchaus auch einen Platz auf den Achtzigerjahre-Scheiben gefunden haben. Indelible Ashes brilliert durch starkes Riffing, während Beyond The Unknown wohl einer der Höhepunkte der Scheibe ist. Armor Against Fate lebt vom Gesang und Pearls Of Dust hat Headbanger-Hitpotential. Das abschließende Triskaideka ist schon etwas älter und lange in unserer Topsongliste.
Meine anfänglichen Bedenken wurden vom Winde verweht. Am besten startet man mit Song 3 und hängt die Songs 1 und 2 am Ende an. Die Scheibe klingt sowas nach Crimson Glory, dass jeder ehemalige Fan mit einem Strahlen im Gesicht von dannen ziehen wird. Aber klar muss auch sein, dass Meisterwerke wie die ersten beiden Scheiben, zumal ohne einen der wohl besten Metal Shouter ever, nicht so einfach zu wiederholen sind. Crimson Glory sind auf dem richtigen Weg und live werde ich dabei sein. 15 fette Punkte mit der Tendenz zum Topalbum.
Und was gab es noch?
Iron Savior – AWESOME ANTHEMS OF THE GALAXY: Mann o Mann. Mit Heavy Metal Never Dies haben wir zwar einen Topsong in unserer Liste, aber das neue Album grenzt schon an Vergewaltigung. Man nehme Popsongs aus den Achtzigern, die einem schon damals auf die Nerven gegangen sind, und unterlege diese mit einer Metal-Gitarre. Das Allerletzte ist aber die Verhunzung von Journeys Hit Separate Ways. Während Iron Savior die miesen Popsongs von 0 auf 2 hieven, fällt ein Separate Ways von einer 16 ebenfalls auf die 2. Und eigentlich gefallen mir gut gemachte Coversongs. 9 Punkte.
Long Distance Calling – THE PHANTOM VOID: Softprog wie immer. Ganz gut, aber soundtechnisch kaum von den Vorgängern zu unterscheiden. Wer Pink Floyd mag, kann das mal antesten. Ich empfehle aber eher unser Topalbum von dieser Band: Satellite Bay. 14 Punkte.
Metal Church – Dead To Rights: Die Altmeister! Das Debut und Hanging In The Balance sind bei uns Topalben. Die ersten 5 Scheiben sind aber alle klasse. Fans der Truppe können bei der neuen Scheibe bedenkenlos zugreifen. Es ist genau das drin, was draufsteht. 14 Punkte.
Vanity’s Discible – Blind Belief…..III Intention: Peppers starker Chartbreaker ist leider mit Abstand der beste Song auf der Scheibe. Ansonsten wäre das Album nicht nur CD des Monats, sondern auch Topalbum geworden. Aber trotzdem ist das ein sehr gutes Melodic Metal- Album mit düsterem Einschlag. 15 Punkte.
John Corabi – New Day: Wer bei der letzten Cheap Trick gejubelt hat, findet hier neues Futter. Pate dürften die legendären Free, CCR und Lynyrd Skynyrd gestanden haben. Locker flockig 13 Punkte.
Power Paladin – BEYOND THE REACH OF ENCHANTMENT: Starker Powermetal. 14 Punkte, mit Tendenz zur 13.
Green Carnation – A Dark Poem 2: Sanguis: Es gibt einige Scheiben, die mir von Green Carnation gefallen. Die ist und wird es nicht. Das liegt nicht unbedingt an den fehlenden Härtegraden, nein, da packt gar nichts. 10 Punkte.
Foo Fighters – YOUR FAVOURITE TOY: The Pretender und My Hero sind Topsongs bei uns. Aber das neue Material hat nichts davon. Dieser Punkpostgrunge zwingt den Zeigefinger zum skippen. 9 Punkte.
Yes – From A Page: Ich bin ein Relayer-Kind. Auf einer Progskala, auf der die Relayer 10 hat, hat From A Page genau………… Null; wie so oft in den letzten Jahrzehnten. Trotzdem werde ich immer wieder in eine Yes-Scheibe reinhören. Der beste Song dieser Scheibe, Into The Storm, erinnert mich an einen Song von Starcastle. Ich glaube, der war auf der Fountains Of Light. Verkehrte Welt: Yes klauen bei Starcastle. 8 Punkte. Rock On Rüdiger Glück
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