CD des Monats Juli 2026: All Them Witches – House Of Mirrors
Von den bisherigen sieben Scheiben der US-Boys, haben es vier in unsere Topalbenliste geschafft. Nun liegt Scheibe 8 vor und die Erwartungshaltung ist riesengroß. Und das schon vorab, es ist ein weiteres Topalbum. Allerdings, anders als auf anderen Plattformen, gehen wir mit diesem Begriff nicht inflationär um.
Was erwartet dich? Siebziger-Mucke mit Querverweis auf Ten Years Afters Love Like A Man, Stoner, Psychedelic, Blues, Hardrock und Doom. Die Scheibe beginnt mit Red Rocking Chair tiefenentspannt, bevor dich der Bass in die Ecke katapultiert. Und der charismatische Gesang vollbringt den Rest. Das ist wie auf Drogen. Gegen Ende wird der Song richtig heavy. Was für ein Start. Das nachfolgende Culling Line schlägt in die gleiche Kerbe. Fette Gitarren pflastern seinen Weg. Aethernet könnte man als monoton bezeichnen, dabei ist es gerade dieser phänomenale Sound, der die Mucke unverwechselbar macht. Nur All Them Witches klingen wie All Them Witches. Hold Up, Say What? ist dann rockiger mit fuzzy sounds. Als Ausgleich folgt das melancholische Go-Getter. Ruhig geht es auch mit Starting Line weiter, bis dich das schwere Riff abholt. Egal, ob Angel On The Wayside, Turn On the Light, The Welterweight oder der Saturn Song, alles klingt so einfach und doch ist es hohe Kunst. All Them Witches haben einen weiteren Meilenstein erschaffen und, auch wenn ich nicht zur Höchstpunktzahl greife, bin ich nah dran. 18 Punkte von 20.
Und was gab es noch?
Hex A.D. – Surgical Cuts In The Cosmos: Heavy Metal mit leichtem Stoner-Einschlag. Traditionalisten sollten reinhören. 15 Punkte.
SLEEPING PULSE – DREAMS & LIMITATIONS: Dunkler Progrock im Stil von Antimatter. von denen wir auch ein klasse Topalbum gelistet haben. Die Nähe zu Antimatter kommt auch nicht von ungefähr, weil deren Sänger auch hier trällert. 15 Punkte.
Evergrey – ARCHITECTS OF A NEW WEAVE: Nein, leider wieder nichts. A Touch Of Blessing war eine Eintagsfliege. Und die neue Scheibe ist derart mit Synthies zugekleistert, dass das größtenteils nur Mädchen gefallen dürfte. Alle Axel Rudi Pell-Freunde können deshalb bedenkenlos zugreifen. Eigentlich ärgerlich, wenn man bedenkt, dass Goldkehlchen Englund hier singt. 9 Punkte.
TYRANN – TYRANN FOREVER: In den Achtzigern hätte mir das gefallen. Das erinnert mich an die deutschen Straight Shooter. Heute ist mir das zu altbacken. 10 Punkte auf der langweiligen Richterskala. Ich sollte mal einen Song davon in die Charts einstellen. Die Doppel 20 wäre mir sicher.
LEX LEGION – 2026: Heavy Metal der Marke King Diamond und außer dem King sind alle ehemaligen Mitglieder der Conspiracy Ära dabei. Aber so richtig will das Werk bei mir nicht zünden. 12 Punkte.
Pretty Reckless – Dear God: Manchmal Melodic Metal, oft balladesk. Dear God und For I Am Death sind durchaus okay. Die Balladen bräuchte ich nicht. 13 Punkte.
Ein starker Monat. Viel Spaß damit. Rockin‘ Rüdiger
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